Misurinasee Baden: Warum das Schwimmen im See verboten ist

Nein, Baden im Misurinasee (Lago di Misurina) ist verboten – und das war schon immer so. Es gibt keine Grauzone, keine geduldete Ausnahme am Ufer und keine Strandzone, an der man einfach ins Wasser springen darf. Wer nach Misurina fährt, um sich am See abzukühlen, wird enttäuscht. Warum das so ist und was stattdessen wirklich funktioniert, erkläre ich dir hier – aus eigener Erfahrung, nicht aus einem Prospekt.

Il lago di Misurina con le Tre Cime di Lavaredo sullo sfondo

Warum darf man im Misurinasee nicht baden?

Zwei Gründe kommen hier zusammen, und beide wiegen für sich schon genug, um das Verbot zu rechtfertigen.

Erstens: Der Misurinasee gehört zu einer Trinkwasserreserve, die geschützt werden muss. Sonnencreme, Schweiß, Seife – all das hat in einem Gewässer, das als Wasserreserve dient, nichts zu suchen. Zweitens gibt es am See keinerlei Bademeister oder Rettungsdienst. Sollte jemand im Wasser in Not geraten, dauert es, bis Hilfe kommt – und bei den Wassertemperaturen, die hier herrschen, kann das schnell gefährlich werden. Baden ist durch eine örtliche Verordnung verboten, die von der lokalen Polizei durchgesetzt wird. Zuständig ist die Gemeinde Auronzo di Cadore, zu der Misurina gehört.

Für Familien mit Kindern ist genau das eigentlich eine gute Nachricht: Ein See ohne Aufsicht ist kein Ort, an dem man sein Kind unbeaufsichtigt planschen lassen sollte, auch wenn das Verbot nicht existieren würde.

Wie kalt ist das Wasser wirklich?

Der Misurinasee liegt auf 1.754 Metern Höhe. Das bedeutet: Auch im Hochsommer bleibt das Wasser kalt. Realistisch sind Temperaturen zwischen 12 und 18 Grad, abhängig von Sonneneinstrahlung und Jahreszeit. In diesem Jahr, mit weniger Niederschlag als üblich, könnte es stellenweise ein, zwei Grad wärmer sein – aber von badbarem Wasser sind wir damit immer noch weit entfernt.

Wer nach einer Wanderung erhitzt und verschwitzt zum See kommt und spontan ins Wasser will, riskiert einen echten Kälteschock. Das ist kein theoretisches Risiko, sondern einer der Hauptgründe, warum ich jedem rate, diese Idee erst gar nicht zu haben. Im Winter friert der See an der Oberfläche zu – ein weiteres Zeichen dafür, wie kalt das Wasser hier grundsätzlich ist, auch wenn man es der Postkarten-Ansicht im Sommer nicht ansieht.

Wird das Verbot überhaupt kontrolliert?

Ich habe selbst erlebt, wie eine Gruppe Touristen amerikanischer Herkunft mit Sonnenschirm und Handtüchern ans Ufer kam, offensichtlich in der Erwartung, hier wie an einem Meeresstrand die Liegen aufzubauen und ein Sonnenbad zu nehmen. Passiert ist Folgendes: Nicht die Polizei, sondern die anderen Anwesenden am See haben die Gruppe zurechtgewiesen. Kein Wort von offizieller Seite war nötig – die Regel wird hier von den Besuchern selbst mitgetragen.

Das sagt mehr über den Ort aus als jede Verordnung: Wer regelmäßig hier ist, weiß, dass der See eine Ausnahme ist, kein gewöhnlicher Badesee, und behandelt ihn entsprechend. Das ist kein Zufall, sondern ein Zeichen dafür, dass die Regel hier ernst genommen wird – von allen Seiten.

Was man am Misurinasee stattdessen mit Wasser machen kann

Baden ist tabu, aber das Wasser selbst muss man deswegen nicht komplett meiden.

Am Nordufer, kurz nach dem Hotel Miralago, münden kleine Bäche und Rinnsale in den See. Genau dort – und an den Trinkbrunnen am Weg – kann man die Hände oder Füße ins kalte Wasser halten, ganz ohne Risiko und ohne gegen irgendetwas zu verstoßen. Für Kinder ist das oft schon Erlebnis genug.

Wer lieber auf dem Wasser statt im Wasser unterwegs sein will, kann sich ein Ruderboot am Misurinasee mieten. Das ist die einzige Aktivität direkt auf dem See, die erlaubt und geregelt ist – und laut den Rückmeldungen, die ich bekomme, auch die, die deutschsprachige Besucher am häufigsten tatsächlich nutzen.

Fischen ist im See und im Popena-Bach erlaubt, allerdings nicht ohne Papiere: Nötig sind eine italienische Angellizenz sowie eine Tageskarte für rund 16 Euro (Saison 2026), erhältlich beim Despar-Markt in Misurina, unterhalb des Grand Hotels, oder online über das Portal Hooking. Es gilt eine Kill/No-Kill-Regelung, und dienstags ist grundsätzlich Fangverbot. Für alle, die ohnehin Angelausrüstung dabeihaben, ist das eine echte Alternative zum reinen Ufer-Spaziergang.

Und wer den See einmal ganz umrunden möchte, statt nur am Ufer zu stehen, findet alle Details zu Strecke, Zeit und Schwierigkeit auf der Seite zum Rundweg um den See. Mehr zur Landschaft, Lage und Geschichte des Sees selbst gibt es auf der Übersichtsseite alles über den Misurinasee.

Wo man in der Nähe wirklich baden kann: Issinger Weiher

Wenn Baden für dich oder die Kinder zum Tagesprogramm dazugehören soll, ist der Misurinasee schlicht der falsche Ort dafür. Eine echte Alternative in erreichbarer Entfernung ist der Issinger Weiher bei Pfalzen (Falzes) im Pustertal, etwa eine Autostunde von Misurina entfernt. Der Weiher ist klein, aber gut ausgestattet, mit flachem Wasser und Spielmöglichkeiten für Kinder in der Nähe – genau das, was viele Familien suchen, wenn sie einen ruhigen Nachmittag am Wasser planen wollen, ohne stundenlang Auto zu fahren.

Wer die Fahrt in Kauf nimmt, kann den Vormittag in Misurina mit Wandern, Bootfahren oder einem Spaziergang um den See verbringen und den Nachmittag am Issinger Weiher zum Abkühlen nutzen. Das ist ehrlicher als die Hoffnung, am Misurinasee doch noch eine unbewachte Ecke zum Baden zu finden.

Kurz zusammengefasst

Baden im Misurinasee ist verboten – wegen der Funktion als Wasserreserve und weil es keine Wasseraufsicht gibt. Das Wasser ist mit 12 bis 18 Grad ohnehin zu kalt für ein entspanntes Bad, und das Verbot wird vor Ort auch von den Besuchern selbst ernst genommen. Wer trotzdem etwas mit Wasser am See erleben will, kann ein Ruderboot mieten oder am Nordufer die Füße kurz ins kalte Wasser halten. Für richtiges Baden lohnt sich der Ausflug zum Issinger Weiher im Pustertal.

Häufige Fragen zum Baden im Misurinasee

Darf man im Misurinasee baden?

Nein. Baden ist durch eine örtliche Verordnung verboten und war noch nie erlaubt. Die lokale Polizei setzt das Verbot durch.

Warum ist Baden im Misurinasee verboten?

Aus zwei Gründen: Der See gehört zu einer geschützten Wasserreserve, und es gibt keinerlei Badeaufsicht – im Notfall käme Hilfe nicht rechtzeitig.

Wie kalt ist das Wasser im Misurinasee?

Im Sommer etwa 12 bis 18 Grad. Der See liegt auf 1.754 Metern Höhe – wer erhitzt ins Wasser geht, riskiert einen Kälteschock.

Wo kann man in der Nähe vom Misurinasee baden?

Am Issinger Weiher bei Pfalzen im Pustertal, etwa eine Autostunde entfernt: klein, aber ausgestattet, mit flachem Wasser und Spielmöglichkeiten für Kinder.

Darf man im Misurinasee angeln?

Ja, im See und im Popena-Bach – mit italienischer Angellizenz und Tageskarte (rund 16 Euro, Saison 2026), erhältlich beim Despar in Misurina oder online über Hooking. Dienstags gilt Fangverbot.

Aktualisiert: August 2026

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